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TURINER TÜCHER (©Güni) 2011/2012 Drucken E-Mail

Seit mehreren Monaten beschäftige ich mich nun mit meinem Kunstprojekt "Turiner Tücher". Dabei steht für mich die Auseinandersetzung mit der (Leicht)gläubigkeit der Menschen, sowie dem - wider besserem Wissen - Festhalten an Überliefertem/Eingeredetem im Vordergrund.

 

Für meine "Turiner Tücher" (©Güni) habe ich sechs Frauen und Männer die selbst künstlerisch/bildnerisch tätig sind, gebeten, mir einen Ganzkörperabdruck auf einem Baumwolltuch zur Verfügung zu stellen. Meine "Modells" werden dazu nackt mit Farbe (Farbton: getrocknetes Blut) bemalen, mit dem vorbereiteten Tuch bedeckt/eingehüllt und der Körperabdruck mittels einer Lammfellwalze auf das  "Turiner Tuch" übertragen.

 

Besonders der Umgang von Menschen die selbst andere Personen in ihrem künstlerischen Schaffen als Modelle verwenden und bei meiner Arbeit selbst zum abgebildeten Modell mutieren, hat mich dabei zusätzlich beschäftigt. Die persönlichen Eindrücke meiner Modells sind in einem eigenen Werksbericht erfasst.

 

Zahnröntgen als forensische Hinweise auf die zeitlich und personell belegbare Herkunft ergänzen diese zwölf Turiner Tücher.

 

Die Vorbereitungen:

 

Güni Noggler - Vorbereiten der Turiner TücheraltMischen der Farbe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Entstehung:

 

EinhüllungFertiges Turiner TuchFertiges Turiner TuchFertiges Turiner Tuch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für die Abdrucke verwendete ich biologische Fingermalfarben für Kinder, welche ungiftig, inallergen und leicht aus- und abwschbar sind. Aus den Grundfarben mischte ich eine "vertrocknete Blutfarbe" - eine Art Rostbraun, das einen hervorragenden Kontrast zum gilbigen Weiss der Tücher bildet. Bevor ich jeweils die Körperabdrucke machte, war es wichtig zuerst einen Gesichtsabdruck  herzustellen, da bei einer vollständigen Bemalung des gesichts dieses am Tuch nur als ein großer, undefinierbarer Fleck zu erkennen ist. Es dürfen daher nur die erhabenen Gesichtsteile (Augenbrauen, Nasenrücken und Lippen) mit Farbe eingestrichen werden, damit ein antlitzartiges Abbild zustande kommt. 

Von jedem Modell wurde auf ein eigenes Tuch ein derartiger Gesichtsabdruck hergestellt: diese Tuch ergänzt nun meine "Turiner Tücher" und trägt dan Namen "Günis Schweisstuch".

Bei der Abnahme des Gesamtkörperabdrucks war darauf zu achten, dass der Kopf auf einer relativ hohen Unterlage zu liegen kommt, um so das Kinn in Richtung Brustkorb zu dirigieren, da ansonsten bei der Bedeckung mit dem Tuch ein zu großer Abstand zwischen Brust und Kopf aufscheint.

Am 1. September 2012 nahm ich von meinem letzten Modell den Abdruck vor. ich danke den sechs Frauen und sechs Männern, dass sie sich bereitwillig für dieses Kunstprojekt zur Verfügung gestellt haben.

 

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Und hier die fertig abgebildeten "Turiner Tücher":

 

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Im nächsten Schritt werden die "Turiner Tücher" am oberen und unteren Rand gefasst und zum Aufhängen vorbereitet.