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No sports - Wettbewerb Regionales Sportzentrum Schwaz Drucken E-Mail

güni noggler, skizzeEinreichfrist, Februar 2004
Eingereicht wurde von mir am 29. Dezember 2003 das Projekt „NO SPORTS“

Skizze, räumliche Darstellung

 

Projektbeschreibung:

 

Ich bin dagegen
• dass Millionen für fragwürdige Sportstätten ausgegeben werden; natürlich kann/darf/soll jede/r so schnell/weit/lang... laufen, rennen, schwimmen, springen, Schi fahren, rodeln, Ballspielen... wie sie/er kann; doch es zeugt von Widersinn, wenn daraus ein örtliches, regionales oder gar nationales Ereignis des Selbstverständnisses erwächst. Wer Sporteln will soll es um ihrer/seiner selbst tun – und nicht dafür Unsummen von Gemeinschaftsgeldern und – gütern verlangen – und auch noch erhalten.
• weil Sport nichts zum allgemeinen Glück und gegenseitigem Verständnis beiträgt: die Sprache des Sports ist die Sprache der Kriegsberichterstattung: Gegner, Niederlage, Vorherrschaft...
• dass Millionen in prestigekosmetische Protzbauten gesteckt werden, anstatt in Bildung, Altenversorgung, Erziehung zu gegenseitiger Toleranz und in eine lebenswerte Umwelt zu investieren: siehe: Spielplätze wie Käfige (Freiheitssiedlung), Parkplätze für Autos statt Spielplätze (Pirchanger)...
• weil es widersinnig ist, jedem Sportverein auf Kosten der Allgemeinheit ein sündteueres Stadion zu bauen. Oder: wenn ich einen Poloclub gründe, errichtet mir dann die Stadt Schwaz auch gratis einen Poloplatz samt Stallungen und Clublokal ( für ~ 70 Mitglieder)?

Ich bin vom Künstlerischen dagegen
• dass Architekten über bildende Kunst entscheiden, wenn nicht zukünftig bei jedem öffentlichen Bauwerk ein Künstler entscheidend mitbestimmen kann.
• dass ein Kulturstadtrat bei einer Preisvergabe mitredet. Er soll organisieren, bürokratische Hürden ebnen, lächeln, Hände schütteln und sinnig nicken.
• dass irgendwie, an einem herrschaftsgenehmen Ort ein Alibikunstwerk entstehen soll, auf dass alle zufrieden sein mögen und medienlächelgeil ihre liberale Breitseite zur Schau stellen können.
• weil der ganze Wahnsinn künstlich aber nicht künstlerisch ist.


Mein Projekt „NO SPORTS“
• verbindet die fragwürdige Sportkörperkultur mit Geist, Esprit und politisch-verantwortlichem Handeln:
Die 5m große Zigarre (Sinnbild des Grübelns, des Denkens, der symbiotisch-bildnerischen Zweifaltigkeit aus Genuss und geistiger Tätigkeit) mit ihrem am Fuße angebrachten Schild (1m x 0,5m; Nirosta; schwarze, eingravierte Buchstaben) „NO SPORTS, W.[inston] CHURCHILL“, mahnt alle Sportler und Zuschauer, dass es wichtiger und besser ist, den Geist und die Seele zu trainieren, als sich regelmäßig einen auf der Aschenbahn herunter zu schwitzen.
• hat seinen Zweck erfüllt, wenn eine/r deshalb innehält und nachdenkt
• soll zeigen, dass es eigentlich pervers ist, wenn Tageszeitungen und öffentlich rechtliche Medien mehr, mehr, viel mehr Raum den fragwürdigsten Sportereignissen bieten, als ihren bauchgekrochenen Hausundhof - KünstlerInnen.


Materialien
Sockel (Lt. Skizze) Stahlbeton (Finish: Beton)
Zigarre Stahlbeton (Finish: Beton)
Schild Nirostablech, 5mm


Gewicht
Sockel (fundamentiert in Tiefe 1,50 m) inklusive Sichtteil: 18,9 x spezifischem Gewicht Beton
Zigarre: ~ 3m³ Beton


Realisierungsplan
Termingerechte Fertigstellung wird per sonstigem Verzicht auf Preisgeld und Realisierungskosten garantiert.


Kostenaufstellung
€ 20.000,00 pauschal für Beton, Aushubarbeiten, Eisenbieger, Baustahl, Schalmaterial, Blech, Graveur, Montage
Endabrechnung gegen Vorlage der Originalbelege bis längstens 31. Dezember 2004, bis max. € 20.000,00

modell    modellfoto, güni noggler,