Start Der Westentaschler
Der Westentaschler Drucken E-Mail
Von und mit Güni Noggler
Regie: Fabian Kametz


Ein Programm als Programm - der Stammtisch als Bühne! Auf der Bühne die Demaskierung! 

13. Oktober 2000, Bierstindl, Innsbruck, Premiere
26. Oktober 2000, Bierstindl, Innsbruck
10. November 2000, Telfs
17. Jänner 2001, Bierstindl, Innsbruck,
18. Jänner 2001, Bierstindl, Innsbruck
13. Februar 2001, Posthof, Linz
2. März 2001, Langkampfen
3. März 2001, 7*Stern, Wien
9. & 10. März 2001, Künstlerhaus, Klagenfurt
23. März 2001, Kultur am Land, Buch
29. April 2001, Rennerinstitut
12. Oktober 2001, Stadttheater Bruneck, Italien
26. Oktober 2001, Knittelfeld
2. November 2001, Feldkirchen
9. November 2001, Schwaz
23. November 2001, Königswiesen
1. Dezember 2001, Feldkirch, Theater am Saumarkt
6. Dezember 2001, Alte Welt , Linz
25. Jänner 2002, Bregenz, Spielboden
2. Februar 2002, Orpheum, Wien
9. Februar 2002, Feldkirch, Theater am Saumarkt
13. Februar 2002, Künstlerhaus, Klagenfurt
16. März 2002, Wiederaufnahme Bierstindl
26. März 2002, Bierstindl Innsbruck
2, 12 & 19 April 2002, Bierstindl Innsbruck
3. Mai 2002, OHO, Oberwart
13 Juni 2002, Literaturhaus Salzburg
Juni 2002, Kammerspiele Innsbruck

Peter Hodak hat als Kind schwer gelitten unter seinem Namen. 


Hodi haben sie mich in der Schule gerufen. Hodi das war mein Spitzname und noch schlimmer Sie wissen schon Hoden, Beidl usw. Kinder können grausam sein. Nein, da klingt Westentaschler schon ganz anders, hat viel mehr Gehalt. Peter Westentaschler! Ingenieur Peter Westentaschler! Wie bei den Amis. Da sagt ja auch niemand Kiesinger, sondern der heißt da Kissinger. Nicht? 
 

Werner Schneyder attestierte unlängst dem politischen Kabarett gegenüber dem Spiegel keine große Zukunft mehr:

Ich glaube, es ist schon so, dass sich ein gewisser Artikulationsstil totgelaufen hat, diese kämpferische Stellung gegenüber der Politik. Auf die Politikverdrossenheit folgte eine Politikkritikverdrossenheit..... (Der Spiegel, Nr. 35/28. 8. 00) 

Güni Noggler läßt in Der Westentaschler einen Politiker selbst zu Wort kommen, ohne Kritik, ohne Kommentar. Der Witz entsteht in der Realitätsnähe der gewählten Sprache und der Inhalte. Die nur ganz leicht überhöhte Parodie genügt, damit sich die Figur selbst entlarvt. Lachen und gleichzeitig Erschrecken im Theater der beste Weg zum danach Nach-denken!
Fabian Kametz

"Gar nicht zum Lachen 

Der Westentascher kommt herein, grüßt jovial in die Runde, legt Handy und Zigaretten auf das Stehtischerl und zündet sich erst einmal eine an. und beginnt zu erzählen - von seinem Schulfreund Gerald, der in der Tschechoslowakei mit Antiquitätenhandel ("harte, ehrliche Arbeit") ein Vermögen angehäuft hat und in seiner Villa in Krumau ("mit Sauna und Pool im Keller, zwei Gärtnern für den Park, einen Chauffeur - Arbeit ist da drüben ja nichts wert") rauschende Feste feiert. Hier trifft man sich, und hier hat der Westentaschler damals auch den Boss getroffen. "Er hat mir nur kurz in die Augen geschaut, und das hat genügt". Da ist der Westentaschler dann in die Politik gegangen. Obwohl, damals hat er noch Peter Hodak geheißen. "Hodi haben's mich in der Schule gerufen... Kinder können do grausam sein." Später hat er dann den Namen sseiner Frau angenommen ("in dem Sinn bin ich ja ein Vorreiter der Emanzipation - also Emanzipation ja, aber mit Maß und Ziel, sag' ich immer"). Westentaschler klingt doch gleich besser. 
Noch lachend erschrickt man über die Präzision, mit der Güni Noggler als Westentaschler das Vorbild porträtiert. Kaum übertrieben prasseln allzu bekannte Floskeln auf die Zuhörer, von Disziplin, Gehorsam, gesunder härte, Ehre und Treue ist die Rede , dass es einem den Magen umdreht. Über allem steht "der Boss, der vor nichts zurückschreckt. Aber rechtsradikal kann man das doch trotzdem nicht nennen." Wenn jetzt sogar schon Brüssel begriffen hat, dass wir demokratisch... und überhaupt, das waren sowieso nur Frankreich und Belgien, und auch nur die Regierungen, aber aus Frankreich ist ja noch nie etwas Gutes gekommen... Eine geballte Ladung Hau-Drauf-Charisma war es, was dem Publikum am Dienstag im Posthof geboten wurde. (Lena) (Oberösterreichische Nachrichten)" 
hier! können sie sich den orginalen zeitungsartikel herunterladen 
Und hier unsere schönste Kritik:

geschrieben von NORICUS in der Kärntner Kronenzeitung. Herr NORICUS ist niemand anderer als der Herr MÖLZER von der FPÖ. Obwohl er meine Realsatire nicht gesehen hat (die ich übrigens komplett alleine darbiete), spricht er von einer mittelmäßigen Kabarett-Truppe (für ihn wird wohl schon Güni allein eine Truppe sein!!), die den Klubobmann der blauen Regierungspartei im Parlament "...schlicht und einfach als Vollkoffer und gefährlichen Opportunisten..." darstellt. Dass darüber hinaus unser Kärntner Veranstalter nunmehr anscheinend keine Subventionen vom Land Kärnten mehr bekommt - das klingt irgendwie nach einer Fortsetzung des unten angeführten Artikels.... 

"Was sich an einem einzigen Tag im Kärntner Kulturleben an Widersprüchlichkeiten und Skurrilitäten abspielen kann, bewies der vergangene Samstag: Des Morgens früh bereits konnte man in einem provinziellen Kleinformat ein Interview mit dem provisorischen Kulturamtsleiter lesen, indem dieser kundtat, das es keineswegs angehe, förderungsfordernden Kulturschaffenden Subventionen zu verweigern, nur weil sie "links" seien. Am Abend desselben Tags gastierte dann in der Landeshauptstadt eine mittelmäßige Kabarett-Truppe auf Einladung des Vereins "Innenhofkultur", um sich über den "Westentaschler", den Clubobmann der blauen Regierungspartei im Parlament auszulassen. Wobei man diesen schlicht und einfach als Vollkoffer und gefährlichen Opportunisten darzustellen beliebte.
Nun vernimmt man gegenwärtig landauf, landab, wie widersprüchlich es ei, diffamierende Wortspiele mit Familien- oder Vornamen zur politischen Polemik zu nützen. "Ariel mit dem Dreck am Stecken" sei ungeheuerlich, "Gruselbauer" primitiv. Aus Westenthaler "Westentaschler" zu machen, gilt hingegen als ungeheuer geistreicher Scherz. Nun bekam der Verein "Innenhofkultur" des Herrn Raimund Spöck, seines Zeichens Cafetier im Künstlerhaus, in den vergangenen Jahren natürlich immer wieder öffentliche Gelder. Die Landeshauptstadt und das Land haben da manchen Steuerschilling investiert. Des provisorischen Kulturamtsleiters tolerante Ansicht, wonach auch linkslinkes Kunstschaffen Subventionen bekommen solle, ist also durchaus längst Realität."
(Noricus = Mölzer, Kärntner Krone, 17. März 2001)