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Mein Leserbrief zu einer typisch für die Stadt Schwaz laufenden Diskusion, um ein unnötiges Bauvorhaben für einen weiteren Einkaufstempel (ansatt hier eventuell einen Park und damit Gestaltungsraum für spätere Generationen zu ermöglichen). Die Versäumnisse der Politik (zB Vorkaufsrecht für Bundesvermögen das sich auf Gemeindegebiet befindet) lassen sich eben fast nur mehr satirisch begleiten...

 

 

Stadtteilzentrum LAHNBACH –Projekt „KNAPPENMARKT“

 

Die Güni-Noggler-Foundation (GNF) bietet finanzstarken Partnern ein interessantes Stiftungsmodell für eine persönliche, monetäre Maximierung.

 

Es ist geplant die gesamte Schwazer-Lahnbachallee zu kaufen (was nicht schwer sein dürfte, da seinerzeit auch KH Grasser die Tabakwerke in Schwaz nicht an die Gemeinde sondern für Gallaher zu günstigsten Bedingungen an diese verkauft hat – vielleicht aber „gehört“ dieses Areal auch einer Agrargemeinschaft oder kann cross-over von der TIWAG geleast werden).

  • Die Allee wird dann sofort zur Gänze abgeholzt, der Lahnbach eingehaust und mit Glas abgedeckt, damit alle SchwazerInnen immer vor Augen haben, was in dieser Stadt so alles den Bach hinunter geht
  • Ein Gutachten eines verschwagerten Seniorstudenten der Biologie steht bereit; er hat sich mit dem Leben der Miniermotte und mit Rosskastanien beschäftigt
  • Negative Baumbestände werden abschließend nach Möglichkeit eventuell mit heimischen Ginkobäumen a la Silberwald ausgeglichen
  • Wir erwarten für unsere Privatinitiative, im Sinne der Chancengleichheit, gleichfalls eine Unterstützung durch die Stadtgemeinde mit Steuergeld in Höhe von mindestens 1 Million Euro
  • Im Hinblick auf die Historie und Tradition der Stadt Schwaz kann die Lahnbachprozession in Hinkunft bei Schlechtwetter in der Einkaufspassage „Knappenmarkt“ abgehalten werden.

 

 

Nutzen Sie Ihre Chance! Beteiligen Sie sich an unserem alternativlosen Konzept! Glück auf! Ihre Güni-Noggler-Foundation.

 

Schwaz, Oktober 2010

 

 

 

Lesungsbeitrag zum Volksstimmefest 2010, 4. September 2010, 16:00 Uhr

 

 

Wir schreiben das Jahr 2015…

 

Im Nachhinein betrachtet hatte Frau Zogay wirklich riesiges Glück mit ihrer Abschiebung und Ausweisung im Jahre 2010. Denn niemand, weder in Österreich selbst, noch in der gesamten EU vermochte die zahlreichen und im Grunde genommen mehr als deutlichen Zeichen richtig zu interpretieren. Auch die NGOs haben da vollkommen versagt. Ganz zu schweigen von Amnesty International und der sogenannten, viel und gern zitierten, Intellektualität.

Natürlich ist man heute – fünf Jahre nach der Abschiebung von Frau Zogay – klüger und tut sich mit diversen Analysen  und schlüssigen Abhandlungen wesentlich leich­ter. Aber gerade dies bewahrt uns nicht davor – oder sollte uns nicht davor bewahren – selbstkritisch unser eigenes Versagen im Kontext dieses Vorkomm­nisses schonungslos zu beleuchten.

 

Vorab sei nochmals betont, dass Frau Zogay letztendlich im Jahre 2010 Glück gehabt hat und wir ihr, mitsamt ihrer Familie, von dieser Stelle aus für ihre weitere Zukunft das Allerbeste wünschen.

 

Doch nun zu den chronologisch und systematisch geordneten Belegen unserer Analyse, anhand des Fallbeispiels von Frau Zogay:

 

Punkt 1:    den ersten Todesstoss versetzte bereits Bruno Kreisky unserer von den alliierten Befreiern verordneten Demokratie durch seine Koalition mit dem ehemaligen SS-Angehörigen Friedrich Peter und seiner FPÖ.

 

Punkt 2:    der Fall Kurt Waldheim offenbarte, dass nicht nur wesentliche Teile des politischen Establishments (siehe Bruno Kreisky), sondern ein Großteil der österreichischen Bevölkerung keinerlei Bedenken gegen nachgewiesenermaßen ehemalige SS-Angehörige und Nazis in hohen und höchsten Positionen und Ämtern kennt.

 

Punkt 3:    der Aufstieg und politische Weg eines Jörg Haiders stellen da nur die logische und konsequente Fortsetzung dar, der sich sukzessive auch die anderen, im Parlament vertretenen Parteien in beschämender Weise angeschlossen haben.

 

Punkt 4:    nicht einmal die Chance der Selbstzerfleischung des sogenannten “dritten Lagers“ vermochte hier eine konsequente und nachhaltige, wirkliche Demokratisierung auf Basis der Grundrechte einzuleiten.

 

Punkt 5:    mit der Weltfinanzkrise im Jahr 2009 wurden dann auch die letzten rechtlichen und moralischen Schranken nieder gerissen.

 

Punkt 6:    innerhalb einer Woche beschloss die Bundesregierung (unter sozialdemokratischer Führung) ein Hilfspaket von 100 Milliarden Euro für die österreichischen Banken – für die 1,5 Milliarden Euro – also 1,5 Prozent der vorgenannten Summe – die zum Ausgleich der gesetzlichen Krankenversicherungen nötig waren, fehlte jedoch jeder politische Wille.

 

Punkt 7:    um die Gesamtbevölkerung auf eine verschärfte Umverteilung von unten nach oben vorzubereiten – allein im Krisenjahr 2009 nahm der Anteil der Euromillionäre in Österreich um über 10 Prozent zu – wurden zunehmend äußere (Griechenlandhilfe, EU-Beitritt der Türkei…) sowie innere Feindbilder (Beamte, Post, ÖBB, Migranten usw.) vorsätzlich impliziert.

 

Punkt 8:    so war im Jahr 2010 noch immer keine der Bundesverfassung (nach mehr als 50 Jahren!) entsprechende Regelung für zweisprachige Ortstafeln in Kärnten umgesetzt.

 

Punkt 9:    die Frau Innenministerin Maria Fekter plante 2009/2010 ein neues Asylzentrum in Eberau. Bereits die Architektur dieses verschämt als „Anhaltezentrum“ deklarierten Lagers erinnerte in seiner baulichen Konzeption frappant an die Konzentrationslager des „dritten Reichs“.

 

Punkt 10:  ab 2012 setzte sich die rechtswidrige Inhaftierung, sprich: „Anhaltung mit Anwesenheitspflicht“, von Asylsuchenden unwidersprochen durch.

 

Punkt 11:  auch der innereuropäische Gesamtdatenaustausch sowie die Übermittlung sämtlicher personenbezogenen Daten und der Kontobewegungen aller Flug- und Schiffsreisenden in die USA wurde in diesem Jahr zur allgemein gültigen Vorgangsweise.

 

Punkt 12:  in weiterer Folge wurden nach dem italienischen Vorbild der Regierung Berlusconi die rechte der JournalistInnen, der Justiz, sowie der Umfang der freien Meinungsäußerung im Sinne einer umfassenden Verfah­rensvereinfachung wesentlich eingeschränkt.

 

Punkt 13:  Videoüberwachung ist zur Selbstverständlichkeit geworden. Die Ausstellung von Pässen und Auslandsreisegenehmigungen obliegt nun der Zentralbehörde für innere Sicherheit. Das Chipen aller Ein­woh­nerinnen und Einwohner bis zum vollendeten 25. Lebensjahr, sowie bestimmter, per gesetzlicher Verordnung definierter Bevölkerungsgruppen, wurde mit dem Hinweis „Wer nichts zu verbergen hat, braucht auch nichts zu fürchten!“, flächendeckend eingeführt.

 

Punkt 14:  wer länger als drei Monate arbeitslos ist, wird in einem der 27 bundesweiten Beschäftigungszentren, getrennt nach Geschlechtern, kaserniert und für die Verrichtung von „gemeinschaftsförderlichen Tätigkeiten“ zu einer täglichen Arbeitsleistung von 10 Stunden verpflichtet.

 

Punkt 15:  ausländische Zeitungen und Magazine können nur mehr direkt, über Antrag, bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde bzw. der Magistratsabteilung bestellt werden.

 

Punkt 16:  für Kabelanschlüsse, Telefon, Satellitenanlagen und Internetzugänge sind behördliche Genehmigungen erforderlich.

 

Punkt 17:  die Einführung der „Volksrente“ hat die Pensionskassen saniert. Der dabei lukrierte Überschuss wurde dem Raika-Life-Invest, unter seinem Schirmherrn KHG zur Verwaltung übergeben.

 

Punkt 18:  dem Berufsheer obliegt nun, zusammen mit der Polizei, die Aufrecht­erhaltung der inneren Ruhe und Sicherheit.

 

Punkt 19:  Kinder werden ab dem zweiten Lebensjahr in aufsteigenden Krippen­gruppen ganztägig betreut. Die dazugehörenden Sommerlager finden obligatorisch im Bärental statt. Die speziell adaptierte Infrastruktur in Allentsteig steht für die dementsprechenden Jugendsommerlager der 14 – 18 jährigen zur Verfügung.

 

Punkt 20:  gegenseitige Beobachtung und Anregung zur Selbstkritik sind erste Bürgerpflicht.

 

Punkt 21:  jedes Ehepaar erhält anläßlich seiner Eheschließung die gebundenen Memoiren von Maria Fekter.

 

Punkt 22:  der katholischen Kirche steht Beratung und Stimmrecht bei der Auswahl und Ernennung des Familienministers zu.

 

Punkt 23:  die Kenntnis der deutschen Sprache allein, ersetzt keinen Stammbaum.

 

So gesehen hatte Frau Zogay wirklich noch Glück. Danke.

 

 

 

Lesung am 5.September 2009 in Wien am Volksstimmefest!!!

 

Wir retten ein System (Thema des Jahres 2009)


Gewalt in der Familie ist im überwiegenden Maße männliche Gewalt. Da langt der Partner halt mal hin! Auf Grund von Widerspruch, Provokation oder Überreizung. Das ist eine Tatsache. Die man mit Frauenhäusern alleine nicht aus der Welt schaffen kann. Und über die „gesunde Watschen“ gehen ja selbst bei Experten die Meinungen auseinander. Aber: Hand aufs Herz – wer hätte nicht selbst schon hin und wieder gerne seinen rotzfrechen, pubertierenden Kindern mit voller Inbrunst eine betoniert? Streichelpädagogik gut und schön, aber zu einer allseitigen Befriedung und dem Verzicht auf körperliche Gewalt reicht es da nicht! Es wird nach wie vor mit Hingabe und aus Überzeugung geschlagen, geprügelt und geohrfeigt. Das hat System in unserem österreichischen Familiengefüge. Das war schon immer so. Und deshalb sind nun – in Abkehr von den bisherigen linksliberalen, emanzipatorischen Ansätzen – neue Lösungen gefragt. Wenn schon der Herr Schwarzenegger für jede gesunde Watschen dankbar ist – und der hat es schließlich zu was gebracht – dann muss man einfach insgesamt mit dieser Problematik kreativer umgehen. Karl Maria Fechter, der früher im Schotterabbau tätig war und daher für eine solche Aufgabe mehr als geeignet erscheint, hat deshalb mit beratender Unterstützung des Innen¬ministeriums eine vollkommen neue Strategie entwickelt: Denn nicht das System der patriarchalen Gewalt als solches ist letztendlich gescheitert, sondern es geht viel¬mehr darum die vereinzelten Auswüchse und Fehler zu korrigieren und dazu zu lernen.
„Das Leben ist nun mal kein Honigschlecken!“ wie Karl Maria Fechter richtig bemerkt, „Und wir müssen daher auf diese gewalttätigen Männer zugehen und ihnen beibringen wie man in partnerschaftlichen und familiären Krisen die handfesten Lösungen der Züchtigung adäquat einsetzt.“
Karl Maria Fechter und mit ihm das Innen- als auch Frauen- und Familienministerium verordnen daher allen Männern die schon einmal ein wenig, oder auch mehr, zu fest zugeschlagen haben den zwingenden Besuch eines fünf-wöchigen Familienkampfsportvaterkurses. Dort lernen diese Männer wie man mit den eigenen Aggressionen umgeht, wie man seine Kinder züchtigt ohne sie nach-haltig zu verletzen und wie man seiner Partnerin durchaus einmal eine langen kann, ohne dass blaue Flecken, aufgesprungene Lippen oder Rippenbrüche als Kollateral¬schäden übrig bleiben. 
Denn es geht darum, wie bei so vielen tradierten Werten und Vorstellungen, das grundlegende System unseres Zusammenlebens zu retten und unsere Gesellschaft vor diesem linksradikalen Gedankengut zu bewahren.
Wie formulierte es der intellektuelle Medienschriftsteller Melasse so treffend im ORF: „ Die autochthone Bewältigung der eigenen Krisen verlangt nach mehr als einer monochromen Lösung!“

Oder unsere Jugendlichen. Mit ihrem Hang zum Übertreiben und ständigem Ab-feiern. Natürlich schockieren die Bilder von 13 jährigen im alkoholischen Koma auf der Intensivstation! Aber soll man deshalb wirklich den Unternehmensbereich der Getränkehersteller, Händler, Destillateure und Wirten verteufeln? Ist es wirklich deren Aufgabe die Defizite in der Kindererziehung – schlag nach bei Karl Maria Fechter – am Freitag und Samstag in ihren Lokalitäten abzufangen? Der Alkohol war schon immer unsere Kulturdroge. Man möchte fast sagen das abendländisch, christliche, aber belebende Gegenstück zum dämpfenden und verlaschenden Haschisch der Orientalen. Die industrielle Revolution und die IT-Gesellschaft wären ohne Alkohol nicht vorstellbar! Was der Champagner und der Sekt für die Vorstandsetagen, das ist das Wodka-RedBull für das jugendliche Fußvolk. Unser präventiver Ansatz muss daher in eine andere Richtung gehen: Wie können wir unseren Kindern und Jugend¬lichen einen vernünftigen Umgang mit Alkohol vorleben und anerziehen!? Der ehe¬malige Landeshauptmann von Kärnten hat es uns vorgemacht: Wir, die Verant¬wortlichen in Politik, die Erzieher, die Chefs und Eltern müssen hin zu den Kids, zu ihren Locations und uns ihnen über ihre Feierrituale annähern und dann mit Verantwortung die notwendigen Grenzen setzen.
Es ist bereits ein Plan in der Schublade der Kärntner Landesregierung die Saualpe – nachdem dort die Problematik der Asylanten einer Endlösung zugeführt wurde – zu einem von Experten aus der Szenegastronomie geführten Saufcamp für Jugendliche umzugestalten. Da wird dann gemeinsam gezecht, gesoffen, gemixt und probiert – ohne dass unsere Nachkommenschaft dem Verderben von Marihuana und anderen verbotenen Substanzen ausgesetzt ist!
Es gilt da Grenzerfahrungen zu sammeln, unsere Kulturdroge Alkohol im System des gesellschaftlichen positiven Zusammenlebens zu retten, damit nicht später dann eines dieser Kinder mit fast zwei Promille zu nachtschlafener Zeit eine Ortstafel niederrast und verstirbt. Unsere Jugend und ihre Kaufkraft sind zu wertvoll, als dass sie die „Vereinigten Unternehmungen der Erzeuger und Vertreiber von Alkoholikas“ vor die Hunde gehen lassen will. Die Rettung des Systems zwingt uns dazu – gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – dass wir unsere Kinder nicht mit dem Bade ausschütten, sondern mit den notwendigen Korrekturen und Kontrollen weiter machen müssen wie bisher. 
Wie formulierte es der intellektuelle Medienschriftsteller Melasse so treffend im ORF: „ Die autochthone Bewältigung der eigenen Krisen verlangt nach mehr als einer monochromen Lösung!“

Die Politik, unsere Politiker leben das ja vor. Explizit. Systematisch. Die lassen sich ihre Vorstellungen von Demokratie und die daraus für sie – und nur für sie – erfahrbaren Möglichkeiten und Vorteile durch Krisen auf keinen Fall madig machen. Und dieses „Nie mehr wieder!“ bleibt unangetastet, unberührt. Da streift keiner dran. Heimatverbundenheit und deutsche Sprache überlassen die nicht allein den Kärntner Slowenen! Wer da kollationabel oder ministrabel ist, entscheiden nicht die Wählerinnen und Wähler, auch nicht irgendeine politische, ideologische Haltung, sondern einzig die Möglichkeit zur Macht. Teilen und herrschen. Das österreichische Demokratieverständnis. Sei es nun Bruno Kreisky mit seinem Friedrich Peter oder dieser Wolfgang Schüssel mit seinem haiderischen Gorbach. Das System kennt da keinerlei Berührungsängste, maximal ein wenig verbale Vorzeigeentrüstung
Und wenn es der Deal verlangt, dann wird halt ein rechter Recke, der sich zur deutschen Volksgemeinschaft bekennt und ein paar schlagende Buben aus dem Nazidevotionalienhandel an seiner Seite hat, zum 3. Nationalratspräsidenten gewählt. Das System verkraftet das leicht. Genauso wie die Tatsache, dass ein Herr Strache, ein Herr Mölzer, ein Herr Stadler – lassen wir hier besser den Begriff „Herr“ weg – also dass ein Strache, ein Mölzer, ein Stadler und wie sie alle heißen, uns Tag für Tag mit ihrem rechten Gesülze in den Ohren liegen. Der braune Dreck hat System. Ist system. Erst recht wenn er sich dann und wann Orange einfärbt. 
Der Macht ist das egal. Wer einmal mit am Trog war, der wird nicht fallen gelassen. 
Genau wie bei den Bankiers und den Banken. 100 Milliarden als Soforthilfe in einer Woche, ohne großes Aufsehen, aber 1 Milliarde (sprich ein Prozent davon) für das Gesundheitssystem ist zu viel. 
Wir wollen doch nicht, dass sich da was ändert, dass genau jene die für die oberen den Gürtel enger und enger schnallen müssen, die ihre Arbeit verlieren, ihre Wohnungen, ihre Gesundheit, die letztendlich aus dem dünnmaschigen sozialen Netz fallen, auf einmal auch an den sagenhaften Gewinnen des Spekulierens (noch dazu mit ihrem Geld!) ihren Anteil erhalten! Gott Mammon bewahre!
Wie formulierte es der intellektuelle Medienschriftsteller Melasse so treffend im ORF: „ Die autochthone Bewältigung der eigenen Krisen verlangt nach mehr als einer monochromen Lösung!“

Obwohl vieles schlechter wird, tun alle die das zu verantworten haben so, als ob es ohne sie noch wesentlich schlimmer käme.

Mehr als ein Systemfehler.

Danke

 

Lesung am 30. August 2008 in Wien am Volksstimmefest!!!

 

 

 
1918 – 1938 – 1968 – 2008 – Bilanzversuch (Thema des diesjährigen "Linken Wortes")

1918
Wenn der Habsburg Otto selbst noch dieser Tage vor demokratisch gewählten, österreichischen Abgeordneten spricht, dabei Österreich als reines Opfer der Nazis darstellt und die 250.000 zum größten Teil jubelnden Menschen auf dem Heldenplatz mit den Besuchern eines Fußballstadions vergleicht – dann hält sich die Kritik und Empörung in beschämenden Grenzen. Ein schüsseliger Halbsatz genügt, und die ach so unabhängigen Medien kehren mitsamt den im Parlament vertretenen poli¬tischen Parteien schnurstracks zu ihrem wirtschaftsbeweihräuchernden Alltags¬geschäft der kapitalistischen Manipulation zurück. So gesehen ist es ein kleines Wunder, dass es die wahlwerbenden Monarchisten nicht geschafft haben die not¬wendigen Unterstützungserklärungen für die Nationalratswahl zusammen zu bringen. Noch dazu wenn man sich anschaut, wie gerade bei uns in Tirol noch immer voller Stolz ganze Schützenkompagnien, Trachtenverbände und die selbsternannten „Kaiserjäger“ voll Demut und Inbrunst aufmarschieren und zu dienerlichen Bück¬lingen degenerieren, wenn Otto, der Habsburger, im „Heiligen Land Tirol“ in voller monarchistischer Überheblichkeit aufkreuzt. Das hat jedoch nichts mit einem Felix Mitterischen Almabtrieb für deutsche Touristen zu tun, nein, da geht es wirklich um quasireligiöse Anbetung, Sehnsucht nach Glanz und Gloria, um das eigene konser¬vative Selbstverständnis, um schlichten, tumben, obrigkeitshörigen Nationalismus. Es spielt dann die Ortsmusikkapelle die „Kaiserhymne“, den „Kaiserjägermarsch“ – und die eigentlich demokratisch gewählten, tiroler Volksvertreter mutieren reihum zu augenfeuchten, willfährigen Hofschranzen. Das Prinzessinnenschwiegertöchterlein befährt derweil auf Steuerzahlerkosten per Schiff und Kunst und Kultur die Donau – die ehemaligen Kronländer werden sich doch dankbar zeigen und endlich begreifen wie schön sie es unter der Fuchtel der Habsburger hatten! – und Otto, der Habs¬burger kann in einer großen österreichischen Tageszeitung unwidersprochen und unkommentiert daherplappern, dass es selbstverständlich die Aufgabe eines Herr¬schenden sei in Krisenzeiten sich über die Verfassung hinwegzusetzen. Sind wir wirklich so unempfindlich, wenn es um unsere demokratischen Grundrechte geht? Politisch derartig unterbelichtet? Oder einfach schon so mundtot und rechts-schaffen, dass derartige Ungeheuerlichkeiten niemanden mehr stören? Selbst die kabarettis¬tischen Folgen von „Wir sind Kaiser“ beweisen mehr unsere Untertanenfreude, als unseren Wunsch nach politischer Selbstgestaltung. Es ist mühsam, Erich Mühsam!

1938
Anständige Beschäftigungspolitik im 3. Reich, SS-Gedenken, Ariel Musicant Beschimpfungen, Wehrsportgruppen, Verunglimpfung von Minderheiten, Mißachtung von Verfassungsgerichtshoferkenntnissen, Verhöhnung von Migrantinnen, Saufereien mit Jugendlichen, menschenverachtender Umgang mit Asylanten, ein Kulturverständnis das bei Blut und Boden anfängt und aufhört… Reden wir hier über die neuen Wahlplakate der ÖVP, über Günter Platter, den in deutscher Recht¬schreibung schwächelnden Strache, oder über diesen Bierzeltgaddafi aus Kärnten? Ausschluss statt Anschluss! Dieses Gruselkabinett aus Dreistigkeit und Dumpfheit, gefordert und teilweise finanziert von Unternehmern und der IV ist und bleibt ein reiner Ekel. Grausig. Widerlich. Unmenschlich. Mit ihren halbpubertären Buben¬banden! Die sich nicht einmal mehr scheuen nach Wahlschlappen in bester SA-Manier politische Kontrahenten zusammenschlagen zu lassen. Da bleibt es nur ein schwacher Trost, dass sich diese Radaubrutalos, zumindest im Augenblick, gegen¬seitig an die Gurgel gehen. Wer von der Macht besessen ist, der verträgt keinen 2. Hirschen in seinem Revier. Oder auch nur einen Ochsen. Demokratie ist für die nicht einmal ein Fremdwort! Eher ein Schimpfwort! Und in ihrer Hinterfotzigkeit ein Selbst¬bedienungsladen der eigenen Gelüste. Zum Kotzen das Ganze! Und außer ein paar leeren Worten lassen wir sie weitermarschieren, mit ihren Fahnen, mit ihren Reihen. Kein permanenter Aufschrei dass es noch immer viel zu wenige zwei¬sprachigen Ortstafeln gibt; kein Amtsenthebungsverfahren für einen Landeshaupt¬mann der Verfassungsgerichtshoferkenntnisse nicht umsetzt; kaum Solidarität und Hilfe für Asylanten, die im Gegensatz zu Herrn Westenthaler noch nicht erstinstanz¬lich ver¬urteilt sind. Und - was gesellschaftlich noch viel schlimmer ist – zu viel Profil, zu viel Format, wenn eines dieser Möchtegernherrchen wieder einmal glaubt für irgend¬welche News das Mundwerk auftun zu müssen. Wir sind keine Hunde. Wir brauchen keine Herren. Und keine Populisten. Weder von rechts noch von links. Wir werden selbst entscheiden und diesen Herrenreitern und ihrem Wunsch nach Herrschaft die Stirn bieten. Auch wenn es mühsam ist, Erich Mühsam.

1968
Der Marsch durch die Institutionen bedingt, dass man zumindest den Weg durch diese Institutionen als gegeben akzeptiert. Vielleicht darf man hin und wieder am Wegesrand ein grünes Bäumchen pflanzen und an den Raststätten der Macht zu später Stunde die alten Hainburggeschichten und den Aktionismus der frühen Tage, wie bei einem Klassentreffen, schmunzelnd im Sud der Selbstgefälligkeit wieder¬käuen… Da spricht dann das It-Girl von Nationalratspräsidentin im Designer¬outfit über Frauenbelange, verballhornt das Parlament zu einer Yuppi-Du-Anbiederung an eine sinnentleerte Fußball-EM – schließlich will man ja volksnah, wählerfreundlich sein und Wirtschaftskompetenz beweisen – und der Berufsauf¬decker der 1. Ge¬neration glaubt immer noch, dass es genügt, im Endeffekt lediglich nur Fragen zu stellen und keinerlei wirkliche Antworten oder Konzepte zu haben. Da sind ja die Rolling Stones noch ehrlicher. Da weiß man, dass es nur mehr um Kohle geht, ums Verdienen. Und nicht mehr um einen politischen Anspruch als „Street Fighting Man“. Wer von Basisdemokratie und Bürgerbeteiligung redet, die wird auf irgendwelche Sachzwänge verwiesen, mit mitleidigem Altväterlächeln abgespeist und auf die Ach-so-erfolgreiche-Zusammenarbeit mit der ÖVP in verwiesen. Ob nicht doch der Bartenstein mittlerweile der beste Grüne ist? Da mag der plüschige Herr Professor noch so sehr den seriösen Leihopa spielen – demo¬kratische, revolutionäre Kraft nimmt ihm und seinen Koste-es-was-es-wolle-Mitregierern kaum mehr jemand ab. Ein Andreas Wabl als zahnloser Sonder¬beauftragter, eine Madeleine Petrovic im Ausgedinge der niederöster¬reichischen Landespröllität: so finden sie sich alsdann wieder, die Damen und Herren der einstigen Ökorevoluzzer. Als Made im fetten Speck der weiterhin herrschenden Ungerechtigkeiten. Es ist wirklich mühsam, Erich Mühsam. 

2008 
Versprechen kommt von „Sich versprechen“, „Sich verreden“. Es braucht niemanden wundern, dass Versprechen nicht gehalten werden. Versprecher werden korrigiert, ausgebessert, nicht umgesetzt. In diesem Sinne handelte die SPÖ rein pragmatisch. Machterhaltend. Doch es ist nur ein kleiner Trost, dass eine weitere Schwarz-Blau-Orange Regierung noch schlimmer gewesen wäre. Was soll und wird sich nun än¬dern? Mit einem Molterer? Da noch eher mit einem Fayman! Sind es wirklich nur die Studien¬gebüh¬ren, eine 13. Familienbeihilfe, die Erhöhung des Pflegegeldes und ein paar andere Sachen die man ändern muss, um in diesem Land mehr Gerechtigkeit und Lebens¬qualität zu erzielen? Oder ist da schlicht und einfach ein absolutes Umdenken nötig? Zu mehr Demokratie, zu mehr Mitsprache!? Zu radikaler Umverteilung!? Und zwar endlich von oben nach unten! Es braucht die Ehrlichkeit zu sagen, dass es eine Schweinerei ist, wenn viel zu viele für einen Fulltime-Job nicht einmal 1000 Euro/Monat zum Überleben bekommen, während einige andere ohne Hemmung sich das zehn- und hundertfache pro Monat ohne schlechtes Gewissen genehmigen. Es ist eine Sauerei, dass sie uns um die von uns selbst bezahlten staatlichen Pensionen - und staatlich heißt hier solidarisch – bestehlen, nur weil die Banken und Versiche¬rungen es nach jahrzehntelangem Insistieren endlich geschafft haben dieses System madig zu reden um sich selbst an den Pensionen eine goldene Nase zu verdienen. Oder glaubt wirklich jemand, dass sich die Banken und Versicherungen um dieses Geschäft bemüht hätten, wenn es nicht als allererstes für sie selbst ein fettes Ge¬schäft wäre? Sollen wir uns wirklich noch weitere Privatisierungen gefallen lassen, damit sie das was uns gehört hemmungslos verscherbeln, verhökern und verjuxen können? Um noch mehr Existenzen und Arbeitsplätze zu Grunde zu richten und einige wenige Privatiers noch reicher zu machen? Wollen wir wirklich unser Gesundheitssystem diesen Politikern und der Ärztekammer überlassen, anstatt Selbstverwaltung und Selbstverantwortung beibehalten und die finanziellen Auswüchse einiger Primare, Apotheker und deren Konsorten beschneiden? Wir brauchen doch nur unseren Anstand und die Solidarität neu zu beleben und all diese ASFINAG-, ÖBB- und ÖMV Manager samt ihren hor¬renden Gagen zum Teufel jagen! Unsere Schulen für die Kinder und Jugendlichen reformieren - und nicht für die Bedürfnisse der Wirtschaft! Das alles soll mit einem Molterer gehen? Mit einem Fayman? Oder gar einem Dinkhauser, diesem ÖVP-Urgestein, der über ein Jahrzehnt lang AK-Präsident in Tirol war – man muss sich dieses Paradoxon auf der Zunge zergehen lassen: ein ÖVP Mann als oberster Arbei¬tervertreter! – typisch Tirol: ein Haufen Schrofen und viel zu wenig Geist! – aber dafür die niedrigsten Löhne und die höchsten Lebenshaltungskosten! – Danke! Außer-aus-die-Staudn-Fritz! – Du hast deine Arbeit als AK-Präsident nicht gemacht, du wirst sie erst recht nicht im Nationalrat machen! Auch nicht die regierungsgeilen Grünen! Und erst rechts nicht die BZÖler und die FPÖ – wehren wir diesen Anfängen und Anfän¬gern! Mitsamt der blauäugigen Heide Schmid. Wir sind und bleiben demokratisch, gewaltfrei – und skeptisch. 

Auch wenn es mühsam ist und bleibt, mein Erich Mühsam.


 

neuer Roman - Eine Selbstverständlichkeit

Am 1. Juli habe ich meinen neuen Roman "Eine Selbstverständlichkeit" auf Einladung des Literaturforums Schwaz, im Haus der Völker vorgestellt. Mein Dank gilt Frau Margaritha Wanitschek, Frau Sigrid Resch, Herrn Karl Resch und Herrn Mag. Hannes Köchl für diesen perfekten Abend. 
Buchpräsentation Güni Noggler's Eine Selbstverständlichkeit  
Bestellungen des Buches (23,90 euro) per kontaktforumular erbeten! 

Joachim Brosig aus Lechaschau/Reutte zu "Eine selbstverständlichkeit": 

... dann möchte ich dir auch gerne ein paar Gedanken zu deinem Roman mitteilen. Ich habe mir das Buch bewusst für den diesjährigen Sommerurlaub aufgehoben, weil ich nur dort die erforderliche Ruhe habe, um mich voll darauf zu konzentrieren. Am ersten Urlaubstag auf Sardinien, noch bevor ich eine Seite gelesen hatte, habe ich in einer kleinen Trafik in San Teodoro drei Päckchen Balkan Sobranie entdeckt und gewusst: Das wird ein guter Urlaub! Ich habe dann auch fast ein Päckchen Sobranie gebraucht, um mich durch die über 600 Seiten durchzulesen. Und um es gleich vorwegzunehmen: Ich ziehe meinen Hut vor dir und verneige mich in Ehrfurcht! Deine Erzählung hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, und zwar aus verschiedenen Gründen:
 
Zum einen habe ich derzeit einen sehr persönlichen Bezug zum Thema Altersheim, weil mein Vater - mittlerweile 95 Jahre alt - sich im Februar dieses Jahres im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte entschieden hat, in ein solches zu übersiedeln. Daher kenne ich den Geruch, die Atmosphäre und die Stimmung in dieser Anstalt sehr genau und konnte deine Beschreibung mehr als nachvollziehen. Interessanterweise hat auch mein Vater sein Haus nicht gleich verkauft und er hat zudem auch noch die Zimmernummer 206!
 
Zum anderen sind die verschiedenen Charaktere, allen voran natürlich die Hauptperson des Leopold Kramer, derart realistisch und logisch aufgebaut, wie man es selten findet. Durch den häufigen Wechel der Erzählperspektive gewinnt man einen umfassenden Eindruck der Persönlichkeiten eines jeden Einzelnen. Auch das historische und gesellschaftliche Umfeld ist bis ins kleinste Detail recherchiert. Man kann es fast nicht glauben, dass die Person des Leopold Kramer wirklich rein fiktiv sein soll. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass es sich um eine real existierende Figur, um einen Menschen aus Fleisch und Blut handelt.
 
Das eigentlich Meisterhafte - und für mich auch Erschütterndste - ist allerdings die Ambivalenz der Gefühle, die der Leser dem Leopold Kramer entgegenbringt. Es wird zwar relativ schnell klar, dass es sich bei ihm um einen ehemaligen SS-Angehörigen handelt und dass er auch in der Gegenwart über einige unangenehme Eigenschaften verfügt, trotzdem kann man ihm - zumindest am Anfang des Buches - durchaus noch ein gewisses Verständnis, wenn nicht sogar so etwas wie Sympathie entgegenbringen.
 
Ich habe in Leopold Kramer meinen Vater gesehen. Der war zwar nicht bei der SS, sondern "nur" einfacher Soldat in der Wehrmacht, aber eine gewisse Indoktrination kann er auch heute noch immer nicht verleugnen. Trotzdem liebe und achte ich ihn sehr.
 
Ich habe in Leopold Kramer meinen ehemaligen Deutsch-Professor gesehen, Herrn Dr. Heimann. Dieser Dr. Heimann trug seinen Bleistift stets in der rechten Jackentasche, den Radiergummi in der linken. Er brachte uns bei, dass wir bei Aufsätzen links 0,5 cm Rand einhalten mussten, rechts 2,0 cm, und dass die Überschrift zweimal dünn zu unterstreichen war. Trotzdem habe ich ihm mein Interesse an der Sprache und vieles mehr zu verdanken, von dem ich heute noch profitiere.
 
Und ich habe in Leopold Kramer auch mich selbst gesehen, und das hat mich am allermeisten erschreckt. Ich habe mich im ersten Kapitel öfter dabei ertappt, dass ich für Leopold Kramer Partei ergriffen haben, dass ich mir gesagt habe, so schlimm ist das ja nun auch wieder nicht. Besonders in seinen Erziehungsmethoden als Lehrer konnte ich mich hin und wieder selbst entdecken. Als dann im zweiten Kapitel das ganze Ausmaß seiner Verbrechen mehr und mehr zu Tage trat, habe ich mich fast dafür geschämt! Die Verbrechen des Leopold Kramer waren ja nur die logische Konsequenz seines Denkens! Und dieses Denken ist allgegenwärtig, in meinem Vater, in meinem Deutsch-Professor, in mir selbst, in uns allen! Zum Glück sind nicht alle so konsequent wie unser Leopold, aber diese Geisteshaltung ist die Ursuppe, aus der solche Verbrechen entstehen. Ich für meinen Teil habe aus deinem Buch gelernt, meine Gedanken wieder mehr bis zur letzten Konsequenz durchzudenken, denn nur so sieht man das wahre Ausmaß. Oder, wie Konfuzius sagt: Lass nichts Böses in deinen Gedanken sein!
 
Lieber Güni, ich glaube, dir ist mit diesem Roman wirklich ein Meisterwerk gelungen! Ich kann nur wünschen, dass möglichst viele Menschen dieses Buch lesen, dass möglichst viele es richtig verstehen und dass es möglichst vielen die Augen öffnet. Ich werde jedenfalls meinen Teil dazu beitragen und es in meinem Freundes- und Bekanntenkreis weiterempfehlen. Derzeit liest es meine Frau Klaudia. Sie liest sehr viel und ist eine kritische Leserin, aber auch sie ist sehr angetan. (August 2008)


 

!Venceremos!

In diesem 5,5 minütigen Beitrag, der auf einem Artikel der Tiroler Tageszeitung (vom Februar 2008, sh. Abbildung) beruht, geht es um Migration, Anpassung, Assimilation und Integratio - nur von einem anderen Blickwinkel aus betrachtet. 
Geschrieben und aufgeführt im Kulturgasthof Bierstindl, Innsbruck, anläßlich der Feier zu 21 jahre TAk (Tiroler AutorInnen Kooperative) 

 

"Die Kirche im Dorf lassen"

Arbeitstitel: "Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann kommt der Berg zum Propheten." 

Der kulturell-religiöse Kontext stellt insgesamt ein wichtiges Kriterium für die jeweilige, spezifische Definition von "Heimat" dar. 

Wir wollen mit unserem Projekt einerseits durch die sprachliche Verwendung eines allgemein bekannten Sprichwortes ("Die Kirche im Dorf lassen!") und der damit verbundenen optisch-haptischen Verknüpfung eine Bewußtmachung der Worte sowie deren sinnhaften Bedeutung erreichen. 

Andererseits wird mit unserem Projekt "Die Kirche im Dorf lassen!", in spielerischem Umgang, durch Probieren, Anschauen, Kopfschütteln, Lachen und Wundern, der eigene kulturelle Zugang mit einer Über-den Rand-Hinaus-schauung verbunden. Fazit: Oberösterreich kann überall sein, Heimat kann überall sein unabhängig vom kulturellen und religiösen Background. 

Projektbeschreibung: 

Auf einer Grundplatte (70 cm x 70 cm) wird ein typisches österreichisches/mittel-europäisches Dorf im Modell dargestellt. 

In der Mitte befindet sich das Modell einer Moschee (a la "Faller"-Baukastenmodell für Modelleisenbahnen), die durch elastische Haltevorrichtungen (Spezialgummizüge oder dergleichen, materialabhängig) beweglich und verschiebbar für die Betrachter und Zuschauer an diesem zentralen Mittelpunkt einer Gemeinschaft dreidimensional vorgegeben ist. 

Mit Kordelzügen können die Betrachter nun versuchen die Kirche/Moschee aus diesem Zentrum zu entfernen. 

Durch die elastische Haltevorrichtung wird die Kirche/Moschee jedoch immer wieder, sobald der Betrachter/Akteur die Kordel losläßt, in ihre ursprüngliche, zentrale Ausgangsposition zurückgezogen. 

Die Kirche/Moschee ist also NICHT aus dem Zentrum entfernbar. 

Es sei denn durch Neudefinition der geltenden Regeln (-> Gummizüge, Kordeln) und einer damit verbundenen Neuausrichtung unseres Projektmodells. Was durchaus auch zu unseren Intentionen paßt. 

AN:
KUPF - Kulturplattform OÖ
Innovationstopf
Untere Donaulände 10/1
4020 Linz


Eingereicht von:

Alois Rockenschaub & Güni Noggler
Freundsberg 10a
6130 Schwaz 

voraviso - eine selbstverständlichkeit
sehr geehrte leserinnen und leser!
Liebe Freunde! 

Im Mai dieses Jahres erscheint mein neuer Roman 

 

"Eine Selbstverständlichkeit"

im Novum Verlag (Neckenmarkt Wien München Sopron).
alt 
Sollten sie interesse an einem reservierten exemplar samt widmung und ex libris haben, so können sie per email mit mir kontakt aufnehmen und so ihre gewünschte buchanzahl (geburtstage, weihnachten, jubiläen und beerdigungen finden immer wieder statt) samt preisangabe (und kontonummer, iban und bic)bei mir bestellen. für mich eine direkte und grosse unterstützung im vorhinein ... danke 

 

homemade jesus:

güni noggler zeigt, wie mit ein paar einfachen handgriffen und bauelementen ein hergottswinkel entstehen kann. 

 
 

güni noggler reicht seinen vorschlag für das "wasserkunstwerk - interspar" ein:

"tiefe provinz" - mein wasserkunstwerk beim neuen interspar, beschreibt und dokumentiert die zahlreichen provinziellen behübschungsaktionen der tiroler kleinstadt schwaz, die sich hin und wieder gerne einer lokalkünstlerischen nabelschau selbstverliebt hingibt. mein brunnen "tiefe provinz" soll mit seiner klaren oberfläche diesen "ansprüchen" einen adäquaten spiegel vorhalten... 

laden sie sich hier den vorschlag herunter 
 

papierkrieg gegen die vereinigten staaten von amerika

nach den überaus tragischen ereignissen jüngster zeit, wollte güni noggler nicht länger zusehen, wie die USA der welt ihren willen aufzwingen. daher entschloss er sich "krieg" gegen die USA zu führen, allerdings mit waffen, bei denen sie nicht viel entgegenzusetzen haben - mit worten! alle besucher dieser homepage können sich daran beteiligen. laden sie sich mit unten stehendem link die "waffe" herunter und senden sie diese an die amerikanische botschaft (e-mail adresse steht im dokument)! 

papierkrieg gegen die USA 
 

Wettbewerb - Regionales Sportzentrum Schwaz



Einreichfrist, Februar 2004 
Eingereicht wurde von mir am 29. Dezember 2003 das Projekt "NO SPORTS" Skizze, räumliche Darstellung:


Projektbeschreibung:


Ich bin dagegen:


weil Sport nichts zum allgemeinen Glück und gegenseitigem Verständnis beiträgt: die Sprache des Sports ist die Sprache der Kriegsberichterstattung: Gegner, Niederlage, Vorherrschaft...
dass Millionen in prestigekosmetische Protzbauten gesteckt werden, anstatt in Bildung, Altenversorgung, Erziehung zu gegenseitiger Toleranz und in eine lebenswerte Umwelt zu investieren: siehe: Spielplätze wie Käfige (Freiheitssiedlung), Parkplätze für Autos statt Spielplätze (Pirchanger)... 
weil es widersinnig ist, jedem Sportverein auf Kosten der Allgemeinheit ein sündteueres Stadion zu bauen. Oder: wenn ich einen Poloclub gründe, errichtet mir dann die Stadt Schwaz auch gratis einen Poloplatz samt Stallungen und Clublokal ( für ~ 70 Mitglieder)? 


Ich bin vom Künstlerischen dagegen


dass Architekten über bildende Kunst entscheiden, wenn nicht zukünftig bei jedem öffentlichen Bauwerk ein Künstler entscheidend bestimmen kann.
dass ein Kulturstadtrat bei einer Preisvergabe mitredet. Er soll organisieren, bürokratische Hürden ebnen, lächeln, Hände schütteln und sinnig nicken.
dass irgendwie, an einem herrschaftsgenehmen Ort ein Alibikunstwerk entstehen soll, auf dass alle zufrieden sein mögen und medienlächelgeil ihre liberale Breitseite zur Schau stellen können.
weil der ganze Wahnsinn künstlich aber nicht künstlerisch ist.


Mein Projekt "NO SPORTS"

Skizze No Sportsverbindet die fragwürdige Sportkörperkultur mit Geist, Esprit und politisch-verantwortlichem Handeln:
Die 5m große Zigarre (Sinnbild des Grübelns, des Denkens, der symbiotisch-bildnerischen Zweifaltigkeit aus Genuss und geistiger Tätigkeit) mit ihrem am Fuße angebrachten Schild (1m x 0,5m; Nirosta; schwarze, eingravierte Buchstaben) "NO SPORTS, W.[inston] CHURCHILL", mahnt alle Sportler und Zuschauer, dass es wichtiger und besser ist, den Geist und die Seele zu trainieren, als sich regelmäßig einen auf der Aschenbahn herunter zu schwitzen. Es hat seinen Zweck erfüllt, wenn eine/r deshalb innehält und nachdenkt
soll zeigen, dass es eigentlich pervers ist, wenn Tageszeitungen und öffentlich rechtliche Medien mehr, mehr, viel mehr Raum den fragwürdigsten Sportereignissen bieten, als ihren bauchgekrochenen Hausundhof - KünstlerInnen.


Materialien 

No SportsSockel (Lt. Skizze) Stahlbeton (Finish: Beton) Zigarre Stahlbeton (Finish: Beton) Schild Nirostablech, 5mm 

Gewicht 
Sockel (fundamentiert in Tiefe 1,50 m) inklusive Sichtteil: 18,9 m³ x spezifischem Gewicht Beton Zigarre: ~ 3m³ Beton 
Realisierungsplan Termingerechte Fertigstellung wird per sonstigem Verzicht auf Preisgeld und Realisierungskosten garantiert. 

Kostenaufstellung € 20.000,00 pauschal für Beton, Aushubarbeiten, Eisenbieger, Baustahl, Schalmaterial, Blech, Graveur, Montage Endabrechnung gegen Vorlage der Originalbelege bis längstens 31. 12. 2004, bis max. € 20.000,00